Das solltet ihr über Nikon-Z-Objektive wissen

Mit dem Z-Bajonett hat für Nikon ein neues Zeitalter begonnen, denn im Gegensatz zu anderen Herstellern hat Nikon das F-Bajonett bis heute bei allen Spiegelreflexkameras beibehalten. Es wurde bereits im Jahr 1959 mit der Nikon F eingeführt und wurde über die Jahre ständig weiterentwickelt und für moderne Technologien erweitert. Einerseits ist dies ein großer Vorteil für die Kunden, denn so können auch sehr alte Objektive noch an aktuellen Kameras verwendet werden. Andererseits führte dies aber auch zu einer zunehmenden Komplexität, sowohl bei den Kameras, als auch bei den Objektiven. Viele Systeme sind doppelt vorhanden, so gibt es Autofokusmotoren in der Kamera und im Objektiv, und die Blendensteuerung kann mechanisch und elektronisch erfolgen.

Modernes Bajonett mit besonderen Abmessungen

Mit dem Z-Bajonett hat Nikon nun die Chance genutzt, alle Altlasten über Bord zu werfen und konsequent auf die elektronische Steuerung zu setzen. Auch bei den Abmessungen wurde sehr auf Zukunftssicherheit geachtet, denn beim F-Bajonett erschwerte der relativ kleine Innendurchmesser von 44 mm die Konstruktion sehr lichtstarker Objektive. Beim Z-Bajonett hat Nikon daher nun mit 55 mm einen sehr großen Durchmesser gewählt und sich so die größtmögliche Freiheit für die Objektiventwicklung geschaffen. Das Auflagemaß, also der Abstand von der Sensorebene zur Bajonett-Auflagefläche, wurde hingegen sehr klein gewählt und ist mit 16 mm sogar etwas kürzer als beim Canon RF und Sony E-Bajonett.

Fokus by wire

Wie die meisten Hersteller verwendet auch Nikon bei den Z-Objektiven die sogenannte „Fokus by wire“ Technik. Es gibt also zwischen dem Fokusring und den Linsen keine mechanische Verbindung, die Drehbewegung wird stattdessen elektrisch zu den Stellmotoren übertragen. Dadurch ist es nicht mehr möglich, eine Entfernungsskala auf dem Objektiv aufzubringen. Das manuelle Fokussieren funktioniert aber trotzdem deutlich besser als beispielsweise mit AF-S Objektiven, da der Fokusring bei den Nikon Z-Objektiven über eine gute Dämpfung verfügt, wie man es sonst nur von manuellen Objektiven her kennt. Bisher ist die Steuerung allerdings ausschließlich progressiv, also geschwindigkeitsabhängig: Eine schnelle Drehung am Fokusring bewirkt eine große Veränderung der Entfernungseinstellung, während durch langsames Drehen der Fokus sehr exakt eingestellt werden kann. Manuelle Schärfeverlagerungen bei Videoaufnahmen sind dadurch allerdings sehr schwierig, hier wäre eine Umschaltung zur linearen Steuerung wünschenswert.
Zu beachten ist außerdem, dass die Entfernungseinstellung beim Abschalten der Kamera nicht beibehalten wird, sondern automatisch auf „Unendlich“ geht. Mit der Nikon Z 6II und Z 7II wurde im System-Menü die Option Fokusposition speichern eingeführt, mit der beim Einschalten der Kamera die letzte Fokusposition wieder angefahren wird. Für die anderen Z-Kameras wurde diese Funktion mit dem Firmware-Update vom 26.04.2021 nachgereicht.
Bei der Nikon Z 6II und Z 7II ist es außerdem möglich, die Drehrichtung des Fokusrings zu verändern und so an die eigene Gewohnheit anzupassen.


Broschüre „Spiegellos neu definiert“

In dieser Nikon-Broschüre gibt es viele interessante Hintergrundinformationen zum Z-System.